Eyendorf beflügelt

Die Eyendorfer Windmühle

Verein zur Erhaltung der Eyendorfer Windmühle e.V.

Zerstörung und Wiederaufbau der Eyendorfer Windmühle und Gründung des Vereins am 21.12.1978

Am 13. November 1972 fegte ein Orkan mit Windstärke 12 über Norddeutschland. Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt und die alte unter Denkmalschutz stehende Eyendorfer Windmühle enthauptet.

Ein Wahrzeichen der Gemeinde bot einen trostlosen Anblick. Grund genug, dass sich spontan vier Männer des öffentlichen Lebens zusammentaten, um sich vehement für den Wiederaufbau der schönen „alten Holländerin" einzusetzen. Es waren der Konservator der Bezirksregierung Lüneburg, Dr. Ing. von Osterhausen, der Ltd. Kreisdirektor Lefhalm vom Landkreis Harburg, der Leiter des Museumsvereins für das Fürstentum Lüneburg, Dr. Körner und der damalige Direktor der Samtgemeinde Salzhausen Herr Boenert. Trotz anfangs erheblicher Bedenken aus den Reihen der Kommunalpolitik und hiesiger Bürger konnte der Wiederaufbau in Angriff genommen werden.

In Zusammenarbeit mit der Bauherrin, Fa. H.W. Linke und dem Architekten Claus Schröder aus Eyendorf wurde der Lüneburger Restaurator Peter Fritz mit der Instandsetzung beauftragt. Einigkeit bestand darin, die alte Funktion - Wiederherstellung für den Windbetrieb - anzusteuern und nicht den Wiederaufbau in Leichtbauweise als Attrappe.

Es stellte sich bald heraus, dass die veranschlagten Baukosten nicht ausreichen würden. Im ersten Bauabschnitt konnte lediglich der Mühlenkopf/Haube restauriert werden. Zerstört waren jedoch noch die Flügel, die Windrose, teilweise der Rumpf sowie ein Teil des technischen Mahlwerkes. Die Weiterführung der Arbeiten veranlasste die verantwortlichen Politiker und Verwaltungsbeamten notwendige Sicherheiten einzubauen.

So wurde 1975 eine entsprechende Vereinbarung mit der Bauherrin getroffen, wonach die verwaltungstechnische und die finanzielle Abwicklung von der Samtgemeinde Salzhausen in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Harburg durchzuführen ist.

Die Kosten wurden auf insgesamt DM 167.000,- veranschlagt; der Auftrag erging an den Mühlenbaumeister Wilhelm Pätzmann aus Winsen/Luhe. Aber auch diese Summe reichte nicht aus, um das Werk zu vollenden.

Es machte sich Unmut bei den Politikern und der Bevölkerung breit. Um nunmehr die endgültige Fertigstellung im Rahmen einer überschau- und verantwortbaren Finanzierung sicherzustellen und eine spätere Garantie für die laufende Unterhaltung des Baudenkmales zu erreichen, hatte der Rat der Samtgemeinde Salzhausen am 04.12.1978 einstimmig beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, einen lfd. Unterhaltungsverein zu gründen und klare Rechtsverhältnisse zwischen der Eigentümerin und dem Verein zu schaffen.

Unter der Leitung des damaligen Samtgemeindedirektors Klaus Boenert wurde am 21.12.1978 im Josthof zu Salzhausen der „Verein zur Erhaltung der Eyendorfer Windmühle e.V." gegründet.
1. Vorsitzender und Geschäftsführer wurde Klaus Boenert. Der Jahresbeitrag wurde damals auf DM 24,- festgesetzt.

Um die Wiederinbetriebnahme der Mühle zu beschleunigen und weitere Mehrkosten nach Möglichkeit auszuschließen, hatte die Samtgemeinde Salzhausen per Ratsbeschluß am 16.07.1979 die Bauträgerschaft übernommen.

Der Wiederaufbau wurde im Herbst 1981 vollendet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund DM 170.000,-.

Die feierliche Einweihung fand mit über 100 Gästen bei eisiger Kälte am 05.12.1981 in dem Wirtschaftsgebäude (Lagerhalle) hinter der Mühle statt. Ein vielseitiges kulturelles Programm sorgte für Abwechslung.

Der Verein entwickelte sich zügig; insbesondere waren immer mehr Eyendorfer bereit, ihr Wahrzeichen mit zu unterstützen.

Ab 1982 führte Manfred Schmidt aus Lübberstedt den Verein, Geschäftsführer blieb Klaus Boenert. Der Verein zählte inzwischen über 100 Mitglieder.

Nur aus den Mitgliedsbeiträgen konnte (und kann) die lfd. Unterhaltung und Bewirtschaftung, insbesondere die jährliche Versicherungsprämie, nicht gedeckt werden. Es mussten andere Einnahmequellen erschlossen werden.

Banderole um das Mühlenbrot

So hatte der Vorsitzende Manfred Schmidt die Idee, ein Mühlenbrot backen zu lassen. Mit dem Bäcker- und Konditormeister Herbert Diekert aus Salzhausen wurde eine Vereinbarung über den Verkauf des Brotes getroffen: Seitdem gehen 10% des durch eine Banderole gekennzeichneten Eyendorfer Mühlenbrotes in die Vereinskasse.

Außerdem wurde beschlossen, alljährlich am letzten Samstag im Mai, rund um die Mühle ein Fest zu veranstalten. Dieses inzwischen weithin bekannte Eyendorfer Mühlenfest mit seinen vielen Aktivitäten und Darbietungen wird von zahlreichen Helfern organisiert und durchgeführt. Unterstützung erhält der Verein hierfür aus der Bevölkerung und der hiesigen Wirtschaft (Geld- und Sachspenden für die Tombola sowie Kuchenspenden für den Kaffeestand).

Seit 2013 findet das Mühlenfest nur noch alle zwei Jahre in den ungeraden Jahren statt.

1986 nach dem Tode von Manfred Schmidt wurde Karl-Martin Struckmeyer zum 1.Vorsitzenden des Vereins gewählt; Geschäftsführer blieb zunächst weiterhin Klaus Boenert. 1992 übernahm Dr. Reinhold Spieker die Geschäftsstelle und ab 1996 Heidi Zeller, die 1998 von Marlit Poleschke-Kocks abgelöst wurde. 1.Vorsitzender in der Zeit von 1997 bis November 2002 war Otto Zeller und seitdem steht Werner Borreé an der Spitze des Vereins. 2007 wurde Frau Anja Beuck zur Geschäftsführerin gewählt und Herr Borrée im Amt bestätigt.

Die Zahl der Mitglieder und Helfer für verschiedene Aktivitäten stieg weiter an, und man war froh, die Kosten im Griff zu haben.

Dieser „Aufwind" wurde am 28. Mai 1988 während des gerade stattfindenden Mühlenfestes jäh gestoppt: ein Windmühlenflügel brach! Zum Glück kam niemand zu Schaden. Sofort eingesetzte Gutachter stellten sowohl Schwachpunkte in der Konstruktion als auch im Material fest, das z.T. von Fäulnis befallen war. Die Flügel aus verleimten Fichtenholzschichten und die zu schwachen Bruststücke hielten der Belastung nicht mehr stand.

In Abstimmung mit dem Kreisbauamt in Winsen/Luhe wurde beschlossen, aus Sicherheitsgründen alle 4 Flügel zu erneuern. Die beste Garantie für die Haltbar- und Funktionsfähigkeit war die Wiederherstellung der Flügel aus Pitchpineholz sowie der Bruststücke aus Stahl. Der Mühlenbaumeister Wilhelm Pätzmann aus Winsen/Luhe erhielt den Auftrag über insgesamt rd. 75.000,- DM.

Der Wiederaufbau ging zügig voran. Die aus technischen Gründen auf 10,20 Meter verkürzten Flügel sowie das 4,5 Tonnen schwere Flügelkreuz konnten am 3. Dezember 1988 im Beisein vieler Gäste wieder in Betrieb genommen werden.

In der Zwischenzeit sind auch diese Holzflügel bereits durch Metallflügel ersetzt worden und auch der Mahlgang so hergestellt, dass die alte Mühle wieder voll betriebsfähig ist. An diesen Instandsetzungsmaßnahmen ist zu erkennen, wie wichtig es ist, einen Unterhaltungsverein zu haben, der ständig bemüht ist, neue Mitglieder, Spender und Helfer zu werben, um dieses schöne 100 Jahre alte Bauwerk noch lange zu erhalten.

Die finanzielle Stabilität brachte den Verein 2006 in die glückliche Lage, die Mühle von der Erbengemeinschaft zu erwerben, ohne Schulden aufnehmen zu müssen. (2003 schrieb das Hamburger Abendblatt noch: "Eyendorf: Windmühle zu verkaufen")

Zurzeit gehören dem „Verein zur Erhaltung der Eyendorfer Windmühle e. V." ca. 240 Mitglieder an.
Mögen sich weiterhin Förderer und Mitglieder finden, damit diese Arbeit weitergeführt werden kann.

„Glück zu" für die alte Mühle!

Die Kosten für Wartung, Versicherung und kleinere Reparaturen verursachen ständig erhebliche Kosten ( ca. € 8.500,00 p.a. ).
Diese finanzieren wir durch...

Höhe der Mitgliedsbeiträge zur Zeit:
20,- € jährlich (Einzelpersonen)
35,- € jährlich (Familie)

Gern nehmen wir Sie als Mitglied auf, Sie helfen der  °Alten Dame° und uns, denn wir brauchen Sie, um weitermachen zu können.

Wir freuen uns auf Sie!

Glück zu !

Möchten Sie Mitglied im Eyendorfer Mühlenverein werden?

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Bitte schreiben Sie uns über das Formular oder rufen unseren 1. Vorsitzenden Herrn Borrée an: 04172 - 6686

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